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Stand: Juni 2008
RE in Neudenau
Moderne Züge überall - nur nicht auf der Frankenbahn
Marschbahn
Talent
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Elektronik statt Beton

Die Schweiz ist immer noch Vorbild im Eisenbahn-verkehr. Oberstes Ziel des Konzeptes Bahn 2000 ist es, das gesamte Land mit einem integralen Taktfahrplan zu vernetzen, so dass die Anschlüsse bis in den hintersten Winkel funktionieren.
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Bahn Foto
Innenminister Rech will Frankenbahn ausschreiben

Durch eine Ausschreibung der Verkehrsleistungen auf der Frankenbahn Stuttgart-Heilbronn-Würzburg will das verantwortliche Innenministerium von Baden-Württemberg für einen besseren Bahnkomfort und einen Stundentakt sorgen.

Das gibt das Ministerium in einem Interview mit Scritti.de im Juni 2008 bekannt. Statt DB Regio könnten dann auch andere Unternehmen mit modernen Fahrzeugen zum Zuge kommen. Wann die Verbesserungen kommen sollen, steht noch nicht fest. Das Innenministerium geht davon aus, dass die veralteten, lauten und bei Fahrgästen unbeliebten Fahrzeuge im Einsatz bleiben - bis 2016.

Ein Bericht der Heilbronner Stimme vom 21. Juni 2008, wonach bereits 2009 der Stundentakt und moderne Doppelstockzüge kommen sollen, wird vom Ministerium dementiert.

Hier die Fragen und Antworten aus dem Innenministerium im Wortlaut:

SCRITTI.de: In der Heilbronner Stimme war zu lesen, dass demnächst der Verkehrsminister die Region besuchen will und Neuigkeiten zum Thema "Frankenbahn" mitbringen würde.

Innenministerium: Der Minister wird noch vor der Sommerpause einen Besuch machen. Ob und was er "mitbringen" wird, das bleibt abzuwarten.

In den vergangenen Jahren haben schon oft Stuttgarter Minister der Region "Verbesserungen" im Angebot der Frankenbahn versprochen...

Alle Minister bemühen sich seit Jahren um eine Verbesserung - leider ohne Erfolg, und das liegt nicht am Land.

An wem liegt es dann? Ist das Land nicht für die Bestellung des Fahrplanangebotes verantwortlich?

Das Land ist als Aufgabenträger für den SPNV in der Tat für die Bestellung des Fahrplanangebotes zuständig. In Fragen der Infrastruktur geht es jedoch nicht ohne den Bund und die Deutsche Bahn AG, und auch bei der Mittelausstattung sind wir abhängig von den Mittelzuweisungen nach dem Regionalisierungsgesetz des Bundes.

Gibt es tatsächlich "Neuigkeiten" zum Thema Frankenbahn zu vermelden?

Größere Änderungen beim Fahrplanangebot sind nicht geplant. Die Fahrplanänderungen auf dem Abschnitt Osterburken - Bad Friedrichshall - Jagstfeld, die zum Februar 2008 eingeführt wurden, haben sich bewährt.

Wie kommen Sie zu dieser Feststellung? Wurden die Fahrgäste zu ihrer Zufriedenheit mit dem Angebot befragt?

Die Feststellung beruht auf der Tatsache, dass nach anfänglichen Beschwerden seit einiger Zeit keinerlei entsprechende Anfragen von Fahrgästen bei uns oder der Nahverkehrsgesellschaft eingegangen sind.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Servicequalität vor allem hinsichtlich der eingesetzten Fahrzeuge auf der Strecke Stuttgart-Heilbronn-Würzburg?

Auf der Regionalbahnlinie Stuttgart - Heilbronn - Mosbach-Neckarelz werden moderne Doppelstockwagen eingesetzt. Die Nahverkehrszüge der Linie Stuttgart - Heilbronn - Würzburg verkehren dagegen noch mit sogenannten Bn-Wagen, die wegen ihrer ursprünglichen Farbgebung auch "Silberlinge" genannt werden. Die Fahrzeuge wurden in den Jahren 1960 - 1980 gebaut. Sie wurden in den Jahren 1989 - 2003 mit neuen Inneneinrichtungen und neuen Anstrichen versehen. Diese Fahrzeuge bleiben nach Einschätzung des Innenministeriums hinter den heutigen Anforderungen an Ausstattung, Fahrkomfort und Leichtigkeit des Ein- und Ausstiegs zurück.

Sind die derzeit eingesetzten Fahrzeuge behindertengerecht bzw. falls nicht, wann werden behindertengerechte Fahrzeuge zum Einsatz kommen?

Die erwähnten Doppelstockwagen sind behindertengerecht ausgestattet, die Bn-Wagen nicht. Diese Fahrzeuge werden voraussichtlich noch bis zum Jahr 2016 im Einsatz sein.

Ist der Einsatz der nicht behindertengerechten Bn-Fahrzeuge für einen solch langen Zeitraum z.B. mit EU-Recht vereinbar? Diese Aussage widerspricht außerdem dem Bericht in der Heilbronner Stimme, es würden auf der Frankenbahn moderne DoStos zum Einsatz kommen. Wo sollen diese Fahrzeuge so plötzlich herkommen?

Dem IM ist keine Vorschrift de europäischen Rechts bekannt, die gegen den weiteren Einsatz der Fahrzeuge spräche. Den erwähnten Bericht in der Heilbronner Stimme können wir nicht bestätigen.

Sind im Verkehrsvertrag mit DB Regio für die Strecke überhaupt Kriterien zur Fahrzeug- und Servicequalität definiert?

Der Verkehrsvertrag des Landes mit der DB Regio AG enthält ein System zur Messung und Bewertung der Qualität der erbrachten Leistungen. Neben objektiven Kriterien wie Pünktlichkeit, Sauberkeit, und Funktionsfähigkeit der Züge beziehungsweise der Wageneinrichtungen wird auch die subjektive Zufriedenheit der Fahrgäste erhoben. Über Stichproben und Kundenbefragungen wird kontinuierlich die Einhaltung der Vorgaben überprüft. Die Qualitätsvorgaben gelten landesweit und sind nicht streckenbezogen. Der Vertrag enthält darüber hinaus ein Investitionsprogramm, aufgrund dessen bereits für viele Strecken neue Fahrzeuge beschafft wurden. Die Auswahl der Strecken erfolgte in der Regel nach den Kriterien des allgemeinen Erneuerungsbedarfs der Fahrzeuge, der Fahrplan- und Streckenausbauparameter wie etwa beim Einsatz von Neigezügen oder spurtstarken Triebwagen und nach Maßgabe der für die Fahrzeugbeschaffung verfügbaren Finanzmittel. Vielfach erfolgte der Einsatz neuer Fahrzeuge auch aufgrund kommunaler Mitfinanzierung. Die Linie Heilbronn-Würzburg konnte dabei leider noch nicht berücksichtigt werden.

In anderen Bundesländern werden ähnliche Verkehre von unterschiedlichsten Unternehmen zu weit geringeren Kosten und mit modernsten Fahrzeugen erbracht...

Das ist uns bekannt. Auch in Baden-Württemberg werden zahlreiche Eisenbahnverkehrsleistungen von anderen Unternehmen als der DB Regio AG erbracht. In den letzten Jahren wurden bereits erhebliche Anstrengungen zur Modernisierung des eingesetzten Fahrzeugmaterials unternommen. Bei Ausschreibungen oder Betreiberwechseln wurde jeweils der Einsatz von Neufahrzeugen vereinbart. Wegen der erheblichen Investitionen, die dazu nötig sind, kann der Einsatz neuer Fahrzeuge jedoch nur schrittweise erfolgen.

Bundesweit beträgt der Zeitraum zwischen Erteilung des Zuschlags für Verkehrsleistungen und dem Einsatz nagelneuer Fahrzeuge maximal zwei Jahre...

Bei Ausschreibungen kleinerer Netze kann zwischen Zuschlag und Inbetriebnahme ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren liegen. Wenn es aber um größere Ausschreibungskontingente und damit höhere Investitionen geht, sind wegen der endlichen Fertigungskapazitäten der Hersteller größere Zeiträume notwendig.

Wann wird der Verkehr auf der Frankenbahn ausgeschrieben, um für geringere Kosten ein besseres Angebot zu erzielen?

Ein genaues Datum kann noch nicht genannt werden. Es wird davon abhängen, ob und in welchem Zusammenhang die Strecke in ein ausschreibungsfähiges Verkehrsnetz eingebunden wird.

Wie könnte ein solches Netz aussehen? Warum kann die Strecke Stuttgart-Heilbronn-Würzburg analog zur Schwarzwaldbahn nicht für sich ausgeschrieben werden?

Der Netzzuschnitt befindet sich noch in der Planung. Die Strecke könnte theoretisch auch einzeln ausgeschrieben werden. Die Verkehrsleistungen der Strecke Stuttgart - Heilbronn - Würzburg sind allerdings derzeit Teil des Verkehrsvertrages mit der DB Regio AG und somit bis September 2016 festgeschrieben.

Welches Betriebskonzept (Taktdichte, Fahrzeiten, Fahrzeuge) verfolgt das Land für diese Strecke, wann wird dieses umgesetzt?

Land und Region streben kurz- und mittelfristig an, die Infrastruktur durch Beseitigung von Mängeln und Ertüchtigungsmassnahmen zu verbessern und dadurch die Fahrzeiten zu verkürzen. Damit soll sichergestellt werden, dass der Fernverkehrsknoten Würzburg künftig pünktlicher und zuverlässiger erreicht werden kann. Das Land erarbeitet derzeit ein Ausschreibungskonzept für die Strecken, die heute noch dem Vertrag mit der DB Regio AG unterfallen. Für die Linie Stuttgart - Würzburg wird dabei eine hochwertige, schnelle Bedienung im Stundentakt angestrebt.

Laut Meldung Heilbronner Stimme soll der Stundentakt bereits 2009 kommen?

Diese Meldung können wir nicht bestätigen.

Hält das Ministerium einen schnellen, interregionalen Bahnverkehr Würzburg-Heilbronn-Stuttgart (mit Weiterführung Richtung Süden) für sinnvoll?

Ein solcher Verkehr wird planerisch angestrebt. Über eine mögliche Weiterführung über Stuttgart hinaus in südlicher Richtung sind zum heutigen Planungsstand noch keine Aussagen möglich.

Warum nicht?

Die Durchführung der einzelnen Linien durch den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof nach Fertigstellung von "Stuttgart 21" ist derzeit planerisch noch nicht so weit ausgeformt, dass hierzu genauere Aussagen möglich wären.

Unterstützt das Land die Region Heilbronn in ihren Bemühungen, auf der Linie mehr Servicequalität und einen dichteren Takt zu erreichen? Falls ja, wie?

Das Land beabsichtigt, durch die erwähnte Ausschreibung und Neuvergabe der Leistungen die genannten Ziele zu erreichen.

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Alle Angaben und Links ohne Gewähr, Stand: Juli 2008



Innenminister Heribert Rech
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© SCRITTI.Kommunikation, Autor: Michael Schwager

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